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Mittwoch, 02. September 2009

Ronja meldet sich

Von virtuellekatzenhaus1, 12:18

Liebe Leserin, lieber Leser,

Heute am 20. August schreibe ICH euch mal. Wer ich bin? ich bin Ronja, die Räubertochter, wie Moni mich immer nennt. Also: Mein männliches zweibeiniges Personal hat sich zur Verfügung gestellt, mein Diktat niederzuschreiben und es an Manu zu senden damit sie es ins Internet stellt. Was immer das auch zu bedeuten hat. Lesen kann ich nämlich (noch) nicht. Aber was das Internet ist, das glaube ich schon ein wenig zu wissen. Ich spaziere ja auch sehr gerne über Monis PC-Tastatur, wenn sie es nicht sieht. Gipsy hat es mir vorgemacht. Die hatte schon raus, wie man den Telefonhörer vom Fax wegspediert und wie man das Fliegengitter am Fenster ablöst. Ja, meine Schwester ist schon schlau. Sie hat sich auch einen Aussichtsplatz erobert, der nicht zu überbieten ist. Sagt sie. Ich hatte bis jetzt nicht den Mut, diesen Platz auszutesten. Er ist soo hoch und gar nicht eben und griffig wie etwa die Kratzbäume oder die Couchlehne. Ich meine den Grill respektive dessen runde Haube.



Da kann man so schön in die Umgebung schauen und die Nachbarkatzen anfauchen, wenn sie sich auf dem Balkon nebenan zeigen. Jaja, die schauen immer wieder rüber und wir beide fauchen dann, dass sie es mit der Angst zu tun bekommen sollten. Aber anscheinend sind wir noch etwas klein, um echten Eindruck zu machen. Aber wir demonstrieren auf diese Art ganz klar, dass hier unser Personal ist und dass der Balkon uns gehört. Niemandem sonst.

Meine Schwester Gipsy ist wirklich eine ganz liebe. Sie lässt mich meist zuerst ans Futter. Nicht ohne Hintergedanken, wie mir scheint. Und ich falle immer wieder drauf rein. Ich werde wohl noch etwas von ihrer Schlauheit abgucken müssen. Sie geht nämlich erst dann ans Futter, wenn ich den ersten Heisshunger gestillt habe und dann, ja dann knurrt sie, wenn ich mich wieder nähere. Aber ich lasse mich davon wenig beeindrucken. Ich stibitze ihr dann ab und zu ein Stückchen vor der Nase weg. Also keine Angst, keine von uns kommt zu kurz. Unser zweibeiniges Personal ist aber auch was von grosszügig. Hauptsächlich der mit den komischen Haaren im Gesicht. Nicht mal richtige Katzenbarthaare hat der. Aber er ist jeden Morgen der erste, der sich um unser Wohl kümmert und die Futternäpfe füllt. Und das nie zu knapp. Den Nachschlag im Laufe des Tages bringt uns dann Moni. Und auch hier darf ich sagen, es ist immer genug für beide da. Wir haben ja auch schon recht an Gewicht zugelegt. Wir sind beide etwa 1,4 kg. Und wir sind nicht etwa dick. Im Gegenteil wir sind zwei ganz knackige junge Damen geworden.
Neulich, es war einer der Tage, als die beiden Zweibeiner lange schliefen, ich glaube sie nennen das Sonntag, haben wir nach Morgenfütterung (der mit dem Schnauz ist schon ganz früh unten gewesen und hat uns verköstigt) etwas rumgetobt. Ja, wenn wir toben geht die Post ab, kann ich euch sagen. So sind wir über den Salontisch gefegt und haben dabei die Obstschale als Bremse nutzen wollen. Das blöde Ding geriet aber ins Rutschen und schwupps-knall-klirr ist sie in hundert Teilen am Boden gelandet. Ich weiss nicht wie das genau funktioniert hat. Aber es hat uns schon einen gehörigen Schrecken eingejagt, als das Glasteil krachend zersplitterte. Im Boden hat es auch Spuren hinterlassen. Aber unsere Zweibeiner haben alles wieder weggeräumt und die Bodenplatte repariert soweit es eben ging. Die Scherben haben sie zusammengewischt, so dass wir uns nicht dran verletzen können. Die sind doch lieb, gell? Man lässt so ein wirklich teures und schönes Designerstück nicht einfach frei zugänglich stehen. (Anmerkung des Schreibenden: Es war ja auch erst drei Wochen alt und stammte aus der Glasi Hergiswil).
Ich muss aber noch ein wenig jammern. Diese Zweibeiner wollen einfach nicht, dass wir die grosse Türe benutzen, durch welche diese Zweibeiner immer wieder für Stunden oder Tage verschwinden. Ja, ihr lest richtig. Ich meine die Haustüre und letztes Wochenende haben sie sich erdreistet, uns sogar eine ganze Nacht alleine zu lassen. O.K., wir haben genug Futter gehabt und Wasser auch und das Katzenklo war (anfangs) ganz sauber. Und nicht zu verachten war natürlich, dass wir eine ganze Nacht sturmfreie Bude hatten. Wow, das hat uns schon gefallen! Aber trotzdem. Lässt man seine Chefs so hocken, um mit den Töffs eine grosse Tour zu machen? Aber sie kamen ja am nächsten Tag wieder und haben uns freudig begrüsst. Wir sie auch. Obwohl, wenn  ich ehrlich bin, waren wir ja schon ein wenig beleidigt. Aber jetzt ist alles wieder in Ordnung und wir spielen wieder mit ihnen. Das macht echt Spass.

 
Ganz allgemein sind wir beide recht zufrieden mit den beiden Zweibeinern, die uns da aus Margots schönem Zuhause gekidnappt haben. Ich glaube, wir bleiben bei ihnen. Sie haben ja so tolle Spielplätze. Vor allem auf dem grossen Balkon wo so viele interessante Dinge rumstehen. Und da hat es sogar einen Topf mit Katzengras. Extra für uns. Ist doch lieb.
Ich habe gehört, dass Margot und Manu uns besuchen wollen. In etwa zwei-drei Wochen soll es soweit sein. Ob sie uns wieder erkennen? Ich glaube schon. So zwei tolle Mädels wie wir sind kann man ja kaum je vergessen. Ich freue mich drauf und Gipsy auch.
Dann möchte ich noch etwas anmerken. Nein, es ist nichts Schlimmes im Gegenteil. Ich habe mir abgewöhnt, da und dort hinzupinkeln. Ich bin jetzt stubenrein, wie die Zweibeiner sagen. Ich glaube, die haben auch Freude dran. Sie haben nämlich immer mit mir geschimpft, wenn sie es bemerkt haben. Jetzt benutze ich immer das Katzenklo. Das ist ja auch für mich angenehmer. Schimpfen mag ich gar nicht. Vor allem nicht von unserem Personal hier.



Und dann zum Schluss noch dies: Wisst ihr, diese Gipsy, die ist ja so was von einer Schmusekatze. Die schleimt sich permanent bei den Zweibeinern ein und setzt sich auf deren Schoss. Nur um ein paar Streichel-Kuschel-Kraul-Einheiten mehr zu erhaschen als ich. Ich mag das ja auch. Ganz klar. Ich schnurre dann immer laut, wenn mich ein Zweibeiner oder eine Zweibeinerin krault und streichelt. Aber mich so einschleimen wie es meine Schwester tut? - ohne mich. Ich halte viel lieber dezent etwas Abstand. Aber ich denke mal drüber nach. Das habe ich den Zweibeinern versprochen.




Bis bald also
Eure Ronja

Liebe Grüsse auch von Gipsy und von Moni und Hanspi, unserem Personal


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