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Chester macht sich
Hallo Leute
Hui höchste Zeit, dass ich mich wieder einmal melde.Jetzt lebe ich also schon einen ganzen Monat hier im Seeland. Junge, Junge wie die Zeit vergeht!
Seit meinem letzten Brief an euch war ich also beim Tierarzt. Ich musste noch so eine Spritze machen lassen.Tönt schöner als es war
. Also ich hatte gerade absolut null Bock schon wieder in den Katzenkorb, obwohl die Dosenöffner und auch Nora mir erklärten das ich schwupps, ganz schnell wieder Zuhause auf meinem geliebten Katzenbaum wäre. Aber ich bin eben ein Kater und wenn ich keine Lust habe für solche "Reisli", dann habe ich keine. Aber eben, es kam wie es kommen musste, am Ende sass ich halt eben trotzdem auf diesem Tisch bei den Weisskitteln. Nö, die Spritze hat überhaupt nicht weh gemacht, also schon, aber nur ein bisschen
.
Die Tierärztin machte mir dann noch 1000 Komplimente, von wegen ich sei ein ganz hübscher Kater, sehe toll aus und so. Gut hat das Nora nicht gehört, die wäre wohl fast den Kletterbaum hochgegangen vor Neid.
Wieder Zuhause spielte ich dann mal den Beleidigten
. Jawohl. Ich musste meinen Fressnapffüllern schon mal zeigen,dass ich solche Maibummel ganz gehörig auf dem Keks habe. Das traurige an meiner Schmollerei aber war nur, dass diese Menschen das völlig kalt gelassen hat. Am Abend hatte ich dann aber solchen Kohldampf, dass ich die ganze Aktion beendete.
Also, wir sind ja hier unter uns und darum schreibe ich das jetzt. Mir gefällt es hier wirklich jeden Tag mehr. Ja wirklich. Stellt euch vor, es gibt jeden Tag zur gleichen Zeit Fressen, dieses Trockenfutter steht den ganzen Tag rum und Fleisch gibt es am Morgen und am Abend! Und wirklich fast jedes mal etwas anderes. Huhn, Fisch, Kalb, Rind... und dazu immer etwas Gemüse. Kürbis, Erbsen, Rüebli... Also ehrlich, meine Dosenjäger müssen schon tolle Jäger sein, so viel Abwechslung in meinem Fressnapf! Mittlerweile weiss ich genau, wenn der Küchenschrank ganz oben aufgeht heisst es fertig machen zum Schmaus. So ganz frisch schmecken die tollen Sachen nämlich am Besten. Also sofort runter vom Katzenbaum und ran an den Napf. Nun, ich bin ja auch bereit meine Dankbarkeit für das feine Essen immer mehr zu zeigen. Die Dosenöffner haben nämlich schon Freude, wenn ich jeden Tag ein bisschen mehr an ihrem Leben teilnehme
. So habe ich beschlossen, ihnen jeden Tag ein wenig mehr zu zeigen, dass es hier ganz ok ist. Nicht, dass ich mich da betatschen lassen würde, wo denkt ihr hin, aber mal so lieb und treu schauen, mal im Wohnzimmer eine kleine Schau abziehen dass liegt schon drin. (Das Betatschen kommt schon noch, lieber Chester
. Anmerk. der Redaktion).
Also, wenn ich mir das genau überlege und sehe wie diese Nora diesen Menschen den Hof macht... So zu werden wie die, never, aber für so ein Benehmen braucht eine Katze, wie die schon Menschenblut in ihren Genen. So Leute, ihr glaubt nicht, dass Schreiben so müde macht, ich für meinen Teil leg mich mal hin für ein Nickerchen.
Bis bald wieder.
Euer Chester
Die Redaktion: Chester ist wirklich ein Kater, der noch ein wenig Zeit braucht, um die Scheu vor der Menschenhand ganz abzulegen. Mit jedem Tag macht er neue "soziale" Fortschritte. Ein Beispiel: Bis vor ein paar Tagen verkroch sich Chester noch ganz schnell in seine Katzenhöhle auf dem Kletterbaum wenn wir am morgen aufgestanden, oder nach Hause kamen. Er verkroch sich so, dass er kaum sichtbar war. Mittlerweile geht er immer noch in seine Höhle, fällt aber vor Freude über unsere Anwesenheit fast aus seinem Bau, soweit lehnt er sich hinaus. So zeigt er seine Freude, dass wir da sind. Auch seine Spaziergänge in unserer Anwesenheit werden immer länger und selbstbewusster. Am Anfang war es noch ein herumgeduckse oder ein Sprint aus dem Wohnzimmer hinaus, aus dem Wohnzimmer in die Küche oder auf sein Katzenklo. Mittlerweile ist es für ihn aber selbstverständlich geworden, dass er sich ungezwungener bewegen kann.
Die Fortschritte macht er vor allem abends, aber es wird nicht mehr lange dauern, da wird er sich am Tag mehr zeigen. Die Zeichen stehen jedenfalls gut. Chester, ein schwieriger Fall? Ja, ganz klar, ja. Aber wir bereuen es überhaupt nicht, ihn zu uns genommen zu haben. Es war und ist für uns alle, jeden Tag ein neues Erlebnis und eine Herausforderung, mit Chester zu leben und ihm ein gesundes Menschenvertrauen zu lernen. Ich bin froh, auf dieser Webseite allen zu zeigen, dass es nur mit viel Geduld und Liebe zum Tier geht, eine so scheue Katze zu sozialisieren. Beobachten, kleine Fortschritte sehen, es der Katze auch zu zeigen und zu würdigen, was sie für Fortschritte macht, das ist in meinen Augen das A und O. Geduld haben, sich mit anderen Katzenbesitzer austauschen, Bücher lesen, Webseiten anschauen. Nicht nur die Katzen müssen lernen, auch wir Menschen. Ob in schweren Fällen wie Chester, oder Superkatzen wie unsere Nora, es gibt immer etwas zu lernen von anderen.
In diesem Sinne, bis bald.
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